Dienstag, 20.07.2010


Für heute stand die erste Herausforderung für mich auf dem Programm. Der Heinrich-Noé-Steig hatte mich trotz der recht alpinen Herausforderung gereizt. Das Wetter war stabil und so ging es zeitig los. Schnell stieg der Steig steil durch den Wald an. Nach kurzer Zeit kam man auf einen neu angelegten Teil des Steiges, der uns durch den oberen Teil der Sulzklamm leitete. Nach einer ersten gesicherten Stelle ging es weiter steil durch den Wald auf gutem Steig. In dem Teil, wo wir die Schatten des Waldes verliessen, überraschten wir ein Rudel Gämsen, die sich aber kaum von uns stören liessen. Weiter ging es über Geröll steiler aufwärts bis zum Rand der Felsen. Nun auf rund 2.000 m hiess es Stecken verstauen und die Hände frei haben. Sehr luftig aber (fast) immer gut gesichert ging es nun duch die Felsen aufwärts. Immer wieder faszinierte der Blick zum nahen Wettersteingebirge und ins Mittenwalder Tal. Über einige sehr ausgesetzte aber nicht wirklich gefährliche Stellen ging es zur Kreuzung des Steigs mit dem Mittenwalder Klettersteig. Der weitere Teil des Heinrich-Noé-Steigs ging dann recht ausgesetzt und an einer (leider nicht gesicherten) Stelle auch unangenehm rutschig weiter in Richtung Karwendelgrube wo die Massen in Turnschuhen und ähnlich unpassendem Schuhwerk von der Karwendelbahn ausgespuckt werden. Auf den nahen Gipfel der Linderspitze verzichteten wir im Anblick dieses Trubels.
Schnell verliessen wir den Kessel durch den Fussgängertunnel zum Dammkar. Von dort ging es unangenehm lange durch Schotter steil abwärts bis zur kleinen Dammkarhütte, die sich auf einem Absatz in aussichtsreicher Lage befindet.
Nach der wohlverdienten Rast ging es weiter abwärts zum Steig, der sich vom Ochsenboden zur Höchlandhütte zieht. Kurz ging es unterhalb des Predigtstuhls nochmal steil durch den Wald aufwärts bis man auf dem nächsten Rücken schon die Hütte sieht. Die Hochlandhütte liegt auf aussichtsreicher Lage überhalb von Mittenwald mit Blick zur Zugspitze und in die Wände des Predigtstuhls, wo man manchmal auch Kletterer beobachten kann. Ein gemütliches Lager bietet Platz für rund 35 Personen. Leider wird die Hütte nur dreimal in der Saison vom Hubschrauber versorgt, was das Angebot doch recht überschaubar macht. Nach einem langen und anstrengenden Tag war für uns jedenfall die Auswahl zwischen Linsen- und Erbsensuppe doch eher enttäuschend. So musste das nahrhafte Bier (von dem glücklicherweise reichlich vorhanden war) hier weiterhelfen.

Gesamtwanderzeit: 7 Stunden
Aufstieg: 1.095m
Abstieg: 985 m




erste Steilstellen


flinkere Bergsteiger


gut gesicherte Passagen auf dem H.-Noé-Steig

 








Karwendelgrube - Bergstation der Karwendelbahn


Dammkarhütte


Hochlandhütte

 
Sonnenuntergang an der Hochlandhütte


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