Sonntag, 28.08.2011

Vor 28 Jahren startete meine erste Hüttenwanderung mit dem legendären Fernwanderweg E5 (Bodensee-Adria). Damals gingen wir auf dem klassischen Weg von Bregenz über das Allgäu bis ins Ötztal, wo uns das Wetter ein unfreiwilliges Tourenende bescherte. Vor 22 Jahren bin ich dann auf der klassischen Route mit Start in Oberstdorf bis nach Meran gewandert. Auf dieser Route tummeln sich heute viele Bergschulen mit ihren Gästen. Somit ist viel von der ursprünglichen Einsamkeit (besonders auf den Hütten) verloren gegangen. Nicht unsonst wird inzwischen empfohlen, den Start der Wanderung nicht auf einen Samstag, Sonntag oder Montag zu legen, wenn man Wert auf nicht komplett überfüllte Hütten legt. Da sich das nicht immer mit der Urlaubsplanung vereinbaren lässt, sind wir auch an einem Sonntag gestartet, was wir durchaus ab und zu bereuten.
Nach einem Wettersturz von Freitag (mit weit über 30°) auf Samstag (mit Schnee bis 2.000m) waren wir aber trotzdem guter Dinge. Der Nebel lichtete sich schnell und ein wolkenloser Himmel ließ die Vorfreude steigen.
Nachdem schon fast alle Protagonisten am Samstag in Immenstadt angekommen waren, vervollständigte sich unsere Gruppe am Sonntag früh am Bahnhof, wo uns der Schienenersatzverkehr der Bahn (Bauarbeiten auf der Strecke nach Oberstdorf) zum Startpunkt nach Oberstdorf brachte.
Der Start in Immenstadt empfiehlt sich, wenn man sein Auto für die Woche abstellen möchte. Die Parkmöglichkeit in der Bahnhofstiefgarage ist wesentlich billiger als in Oberstdorf. Zudem ist der Rückweg von Meran dann auch etwas kürzer.

In Oberstdorf ging es dann an der Nebelhornbahn vorbei auf einem gemütlichen Weg in Richtung Christlessee und weiter nach Spielmannsau. Mehrfach wurden wir von rüstigen Rentnern mit Fahrrädern locker überholt. Meine erste Verblüffung klärte sich dann schnell auf - der Verleih von E-Bikes macht auch für diese Gruppe den kleinen Anstieg per Velo möglich.

In Spielmannsau, einem alten Berggasthof, sollte sich die Spreu vom Weizen trennen. Nun gut, die Bikes wurden weniger, aber Menschenmengen. die vom Berg uns entgegen kamen, liessen mich dann an der Aussage doch ein wenig zweifeln. Ausserdem brannten nach einigen Höhenmetern mit dem ungewohnten Gepäck meine Oberschenkel schon viel eher und mehr, als ich es erwartet hatte. Als mich eine halbe Stunde vor der Hütte ein Hungerast packte und der Verzehr eines Müsliriegels notwendig wurde, kamen doch erhebliche Zweifel an meiner Kondition auf. Mit letzter Kraft ging es dann durch den Sperrbachtobel hinauf in ein schönes grünes Hochtal, in dem die mehrfach ausgebaute Kemptner Hütte auf die Mengen von Gästen wartet, die über E5 und diverse weitere Höhenwege dort eintreffen. Entgegen meinen früheren Erfahrungen ist die Hütte inzwischen prima renoviert und das Team dort hat alles bestens im Griff. Hier könnte sich so mancher Hüttenwirt, den wir in den folgenden Tagen treffen sollten, einiges abschauen.

Schade, dass die schönsten Plätze in der Stube für die Bergschulen reserviert waren, aber es waren im Anbau reichlich Plätze vorhanden, um den ersten Abend in gemütlicher Runde ausklingen lassen zu können.


Gesamtwanderzeit: 4,5 Stunden
Aufstieg: 1.105 m


 
Im Trettachtal


Im Talschluß bei Spielmannsau

   
Im Sperrbachtobel                                                                            Die Kemptner Hütte









 
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