Montag, 29.08.2011

Frühes Aufstehen war angesagt. Zum einen trieb das schöne Wetter mich hinaus, zum anderen wollte ich vor den grossen Gruppen im Tal sein. In Holzgau war es wichtig, das Taxi zum Parkplatz der Materialseilbahn der Memminger Hütte zu erreichen. Der Rother Führer warnte davor, dass die Taxen dann für die Bergschulen reserviert sein könnten. Die Strecke zu Fuß zu bewältigen. ist nicht sehr sinnvoll, da fast nur Asphaltstrasse zu gehen ist - und dies zusätzliche rund 4 Stunden.
So ging es frühzeitig um 7:30 Uhr von der Hütte los. Die erste grössere Gruppe trafen wir an der Grenze am Mädelejoch, wo wir nach Österreich kamen. Danach ging es erst über Geröll dann angenehmer durch latschenbestandene Hänge abwärts. Nachdem der Simms-Wasserfall passiert wurde, erreichten wir früh Holzgau im Lechtal. Ich konnte unser Glück kaum fassen - wir hatten alle Bergschulen überholt und direkt vor meiner Nase stand ein abfahrbereites Taxi. Das Unternehmen Feuerstein hat dass alleinige Recht zum Befahren des Tales ab Bach. Mit drei weiteren Wanderern ging es zügig - gut unterhalten vom Taxifahrer - zum Materiallift der Memminger Hütte, wo wir den Wirt beim Beladen der Seilbahn antrafen. Da es noch früh am Tag war, ging es glücklicherweise viel im Schatten aufwärts. Noch war es angenehm kühl und vor allem einsam auf dem Weg. Mit weiteren geschafften Höhenmetern weitete sich der Blick auf die soeben verlassenen Allgäuer Berge, die vom Hochvogel dominiert wurden. Leider schien meine Akklimatisierung noch nicht so vorangeschritten - jedenfalls musste ich mich ganz schön quälen, um die rund 800 Höhenmeter zur wunderbar gelegenen Memminger Hütte zu schaffen.
Fast alleine auf der Hütte konnten wir unser Glück kaum fassen. Sogar Betten waren noch für uns frei. Natürlich hatte ich alle Quartiere vorab reserviert, die Vergabe (Lager oder Bett) erfolgt aber meistens erst nach Reihenfolge des Eintreffens. Nach und nach war es dann aber vorbei mit der Einsamkeit. Die Bergschulen mit ihren Gruppen trafen dann auch ein. Zu viert sind wir dann noch auf den Hüttenberg Seekogel hinauf, wo sich ein wunderbares Panorama ergibt. Eine gute Entscheidung, da sich kurz darauf Hochnebel breit und die Aussicht zunichte machte.
In der Hütte kam dann ein grosses Ärgernis auf - alle Tische waren reserviert für die Bergschulen. Nur nach viel Diskutieren und Reklamieren wurden ein  zusätzlicher Tisch freigemacht und ein weiterer im Durchgang aufgestellt. So mussten sich alle restlichen Bergsteiger hier drängen während die Teilnehmer der Bergschulen gemütllich an den restlichen Tischen breit machen konnten. Hier wird dem "normalen" Alpenvereinsmitglied deutlich die Wertschätzung gezeigt, die er noch geniesst. Das Geld bringen die Bergschulen - der Einzelne wird nur noch geduldet. Trotzdem ein Lob an das Team der Hütte - die Versorgung klappte trotz der Überfüllung ( in einigen Zimmern und Fluren mussten Spätangekommene auf dem Boden nächtigen) recht gut.
Der abends beginnende Regen liess einige Bedenken für die kommende "Königsetappe" nach Zams aufkommen.



Gesamtwanderzeit: 5 Stunden (+ 1 Stunde Seekogel)
Aufstieg: 925 m (+ 205m)
Abstieg:  870 m (+ 205m)

 
Grenzübergang am Mädelejoch                                                                                Kirche in Holzgau

 
Rückblick ins Allgäu (rechts Hochvogel)                                                    Memminger Hütte

                        
                            Gipfelblick vom Seekogel (mit Aufstiegsweg zur Seescharte links oben)


 
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