Dienstag, 30.08.2011


Wieder war frühes Aufstehen angesagt. Stand doch heute mit dem langen Abstieg nach Zams die Königsetappe auf dem Programm.
Nachdem es abends zu regnen begonnen hatte, war es heute früh zwar nebelig aber trocken. Der Weg vorbei am unteren Seewisee bei der Hütte war gut markiert. Langsam ging es steil aufwärts über geröllige Steige, die aber aufgrund des Regens nichts so rutschig waren. Weiter oben auf den letzten Metern vor der Seescharte ging es kurz über Fels hinauf. Immer wieder riss es ein wenig auf und eine unwirkliche Szenerie tat sich auf. Der Blick von der Seescharte auf 2.599m war ebenfalls etwas verhangen. Jedoch der steile Abstiegsweg zeichnete sich schon deutlich ab.
Nachdem Geröll und Latschen hinter uns lagen und die Oberschenkel schon ein wenig zwickten kamen wir an die Oberlochalm, die schon von (wie sollte es anders sein) diversen Gruppen besetzt war. Mit Glück bekamen wir auch ein freies Plätzchen. Plötzlich tauchte ein Hubschrauber auf, der einen Wanderer dort oben abholte.
Nun ging es weiter durch das schöne Hochtal in Richtung der markanten Silberspitze. Vorbei an der Unterlochalm ging es dann durch das Zammer Loch, wo der Steig sich hoch über dem Tal hinabwindet. Weit unten im Tal waren schon Landeck und Zams zu sehen - der Abstieg zog sich aber immer weiter. Das Marterl mit dem Text "Jeder Weg hat einmal ein Ende" hatte ich noch zu gut in Erinnerung. Ein Wunder dass sich daran noch niemand vergangen hat.
Dann war es doch geschafft und wir hatten den Talgrund erreicht. Nach über 1.800 Höhenmetern im Abstieg waren wir alle fast am Ende der Kräfte. Nun ging es durch den Ort entlang der Bundesstrasse. Die meisten Wanderer übernachten hier im Ort. Wir jedoch fuhren mit der Venetbahn zur Mittelstation (Achtung: Halt an der Mittelstation nur zur vollen Stunde). Von dort ging es wenige Minuten hinüber zur Skihütte Zams. Hier in dieser privaten Hütte hatten wir ein wenig Komfort - Betten - reserviert. Zum Service der Hütte gehört neben der Halbpension ein kostenloser Wäscheservice. Mit der zudem tollen Lage über dem Inntal  - Blick zum hohen Riffler - wäre die Hütte eigentlich ein empfehlenswertes Quartier. Leider hatte der Wirt wohl nicht seinen besten Tag (ich hoffe, er ist nicht immer so grantlerisch veranlagt), so dass wir uns doch über das eine oder andere ärgern mussten. Das Abendessen (Kasspatzen) war jedenfalls nach dem langen Tag genau richtig.
Dass drei ältere Damen mit wildfremden Männers auf ein Zimmer gehen mussten (obwohl die Hütte sicher nicht ausgebucht war) oder dass  es morgens kaum Kaffee gab, trübten das Gesamtbild dann doch.



Gesamtwanderzeit: 7 Stunden 
Aufstieg: 510 m 
Abstieg:  1.855 m 


 
Aufstieg zur Seescharte                                                                        Blick von der Seescharte

 
Hubschraubereinsatz an der Oberlochalm                                                Abstieg durch das Zammer Loch




 
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