Freitag, 02.09.2011


Früh ging es mal wieder los. Ein wenig Nebel - aber das verhinderte den Trubel auf der Hütte nicht. Fast alle Gäste hatten lange Etappen vor sich.
Viele hatten das gleiche Ziel wie wir - die meisten gingen über das Rettenbachjöchl. Durch den Rückgang der Gletscher ist der Abstieg vom Pitztaler Jöchl inzwischen fast schneefrei und teilweise Steinschlag-gefährdet, so dass sich dieser Weg für nicht so Geübte nicht unbedingt empfiehlt.
Nach dem steilen Ansteig (teilweise etwas ausgesetzt und einmal mit Ketten gesichert) erreichten wir das Jöchl auf rund 3.000m. Der Anblick des Getscherskigebiets lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Es ist für mich eine Schande, was der Mensch aus der Natur immer wieder macht.
Ständig wird weiter gebaut. Ein Hubschrauber brachte im Minutentakt Baumaterial, ein Bagger zerhackte das Eis Skifahrergerecht.
Wer später ankommt, hat hier evtl. die Möglichkeit, mit der Seilbahn zum Parkplatz hinabzufahren. (Fährt nicht immer). Wir gingen jedoch am Rande des Gletschers (teilweise über Blöcke, teilweise über Eis - eine Sicherung ist vorhanden) langsam hinunter. Gerade der Weg über das Eis ist recht unangenehm. Hier helfen evtl. leichte Spikes oder Grödel, wenn der Weg über das Eis auch kurz ist.
Unten angekommen erwartete uns die übliche Mondlandschaft eines Skigebietes im Sommer. Glücklicherweise kam kurz darauf der Bus, der uns durch den Tunnel zum Tiefenbachferner bringen sollte und ersparte uns den weiteren Anblick. Wer jedoch glaubt, schlimmer geht es nicht, sollte unbedingt auch noch dieses Skigebiet gesehen haben.
Wir jedoch machten uns schnell auf den Weg über den Panoramaweg in Richtung Vent. In 4,5 Stunden geht es hier leicht auf und ab mit einer traumhaften Aussicht auf Ötztaler und Stubaier Berge. Hier weichen wir nun vom eigentlichen E5 ab, der über das Timmelsjoch in weiteren 4 Tagen nach Südtirol führt.
Auch kurzfristig einsetzender Regen konnte uns die Laune nicht verderben - hatten wir die Skigebiete doch hinter uns gelassen und ging es nun einem weiteren Highlight entgegen. Kurz darauf kam auch die Sonne wieder hervor und wir konnten die tolle Aussicht weiter geniessen. Dann ging es etwas steiler zum schon länger sichtbaren kleinen Ort Vent, wo wir im tollen Hotel Vent den verdienten Luxus nach den letzten Tagen geniessen konnten. I-Tüpfelchen war dann auch noch, dass an diesem Tag unsere Fussball-Nationalmannschaft gegen Österreich spielte und klar mit 6:2 gewann. Da war es auch zu verschmerzen, dass wir etwas später ins Bett kamen.


Gesamtwanderzeit: 7 Stunden 
Aufstieg:    445 m 
Abstieg:  1.390 m 


Aufsteig zum Rettenbach-Jöchl                                                        Rückblick zur Braunschweiger Hütte

 
Mondlandschaft am Rettenbachferner                                                    Abstieg am Gletscherrand


    Auf dem Panoramaweg nach Vent           

           
                    Das Dorf Vent





 
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