Samstag, 20.06.2015

Samstag ist ja immer Markttag bei Steffi - also stand das Programm ja eigentlich schon fest.
Die Wetteraussichten waren aber auch nicht wirklich gut und nach der Anstrengung vom Vortag war ein Ruhetag auch nicht die schlechteste Idee. Also entschieden wir uns für den Besuch der Sadt Sulmona - ca. 50 km südlich am Fuß des Maiella-Nationalparks. Die Landschaft hat hier schon eher den Charakter diverser Alpenregionen. Sulmona (auch Schauplatz des Clooney-Films "The American") ist ein hübsches Städtchen, das am Markttag vor Leben sprüht. Der lebendigste Kern ist die zentrale Achse um den Corso Ovidio, der an Markttagen zur Fussgängerzone wird. Viele kleine Läden bieten die bekannten Confetti (bunte Konfektsträusse zu jedem Anlass) an, an jeder Ecke ein Cafe oder eine Gelateria - so oder so ähnlich stelle ich mir das "dolce vita" vor. Die Piazza Garibaldi wird zu einem bunten Markt, auf dem neben Obst und Gemüse eigentlich alles verkauft wird, das man braucht (oder auch nicht).
Aufgrund der Wetteraussichten viel zu warm angezogen kamen wir schnell ins Schwitzen. Nach einem ausgiebigen Marktbummel stärkten wir uns in einem kleinen Cafe an der Piazza XX Septembre. Nett dass hier überall zu einem Glas Wein kleine Leckereien gereicht werden. Auf dem Rückweg wurden wir noch Zeugen einer Hochzeit (faszinierend in welch hochhackige Schuhe sich die Mädels dort zwängen).
Der Rückweg wurde zu einer Erfahrung der anderen Art. Da so langsam der Tank unseres Autos nach einer Füllung verlangte, hielten wir an der ersten Tanke. Bezahlung nur per Automat. Aber das Gerät war anscheinend nicht Touristen-kompatibel. Jedenfalls bekamen wir keinen Tropfen heraus. Kein Problem - nehmen wir eben die nächste Tanke. Leider ging das Spielchen noch dreimal so weiter. Erst an einer Tanke bei L'Aquila klappte es - jedoch auch nur mit Cash - meine Maestro-Karte wollte die Kiste auch nicht. Wie sich später herausstellte, ist an diversen dieser Tanken durchaus aus ein Service vorhanden - jedoch nicht am Wochenende. Man lernt eben nicht aus.
                                                                      
   
            Sulmona:    Confetti                                                                                                                        Markt
                   
 
 
        Abendstimmung in Santo Stefano

Sonntag, 21.06.2015

Das Wetter schien mitzuspielen - also startete der nächste Versuch einer Bergtour. Nahe bei Castel del Monte startet eine Tour zum Monte Bolza, einem alleinstehenden Bergzug mit herrlicher Sicht auf die Berge des Gran Sasso und Campo Imperatore. Der im Rother-Führer beschriebene Alternativweg war irgendwie nicht aufzufinden - also nahmen wir den markierten Sentiero vom Parkplatz oberhalb des Ortes. Direkt nach der Schranke ging es links durch karges Gelände aufwärts. Nach knapp einer Stunde war der Bergfuß des Monte Bolza am Guarda del Montagne erreicht. Leider war von einer Wegkreuzung wie beschrieben nichts zu erkennen. Markierungen waren nicht mehr zu finden - nur ein Pfad schlängelte sich unterhalb dees Berges westlich. Diesem folgten wir erstmal. Nachdem nach einiger Zeit immer noch kein Abzweig zu erkennen war, entschieden wir uns für einen weglosen Aufstieg auf den Grad durch die steilen Wiesen. Oben angekommen, fanden wir zwar einige Trittspuren - von einem Weg oder gar Markierungen aber keine Spur. Da kein Weg erkennbar war und es weiter über blockigen Felsen ging, entschieden wir uns, besser wieder abzusteigen. Also wieder steil herunter durch die felsdurchsetzten Wiesen. Nach einiger Zeit auf dem schon bekannten Pfad entschieden wir uns, nochmals über die Wiesen auf den Berggrad aufzusteigen um nicht den kompletten Bergzug umrunden zu müssen. Das ging auch problemlos und wir erreichten anschliessend den Rückweg auf der Südseite, auf dem wir wieder den Ausgangspunkt erreichten. Hier und heute waren die Unterschiede zu den meisten Gebieten der Alpen doch sehr deutlich zu erkennen.- nicht alle Wege sind hier so gut ausgebaut und markiert. Für Wanderer mit Abenteuerlust und Spürsinn ist jedenfalls genug geboten. 

Tourdaten: 

Wanderzeit 4:30 h, Höhenmeter 745

 

                                                                                Am Monte Bolza

 

Montag, 22.06.2015

Für heute war frühes Aufstehen angesagt. Ein besonderes Highlight stand auf dem Programm - der Lago Compotosto. Der auf ca. 1.300 m gelegene Stausee läd förmlich zu einer Umrundung mit dem Rad ein. Also luden wir unsere Räder aufs Auto und früh ging es los. Herrliches Wetter begleitete uns auf der Fahrt. Wie fast überall in der Region war wenig Verkehr auf den Bergstrasssen. An einem der vielen Parkplätze entlang des Sees liessen wir das Auto stehen und es ging los. Leider sind die Wege über die gewaltigen Staumauern gesperrt, aber sonst ist die Runde bestens ausgebaut. Auf den Strassen entlang des Sees ist so gut wie kein Verkehr so dass man die Runde wirklich geniessen kann. Diverse Fotostops verzögerten die Fahhrzeit erheblich, was aber bei dem tollen Wetter wirklich kein Problem darstellte. Eine Rast im kleinen Ort Campotosto beim kühlen Bier rundete die Tour ab. 

Tourdaten: 40,32 km, Höhenmeter 318

 

                                                                                                Am Lago Compotosto

Dienstag, 23.06.2015

  
Tolles sonniges Wetter, aber ein starker Wind liess mich vom geplanten Highlight - der Radtour zum höchsten Punkt des Campo Imperatore - Abstand nehmen. So fuhren wir mit dem Auto die Strecke hinauf. Eine gute Entscheidung - mal wieder hüllte sich der Gran Sassoo in Wolken. Dazu ging ein solch heftiger Sturm, dass man nach wenigen Minuten durchgefroren war. Nach einem kurzen Rundumblick (welch ein hässlicher Platz mit dem alten Hotel und dem Obervatorium, auch die Seilbahn war wegen dem Sturm nicht in Betrieb) ging es schnell wieder hinab. Weiter unten fanden wir einen schönen Weg zum Vado di Corno, wo der Wind weniger stark war und die Sonne erfolgreicher ihren Weg durch die Wolken fand.
Immer wieder faszinierten Blumenfelder auf den Wiesen. Am Vado di Corno kreuzt ein Höhenweg der den gesamten Bergkamm von West nach Ost überzieht. Bei dem herrschenden Sturm aber keine gute Idee. So genossen wir den Blick auf die Wand des Gran Sasso und die nördliche Tiefebende bis zur Adria. Anschliessend ging es noch ein wenig in die aussichtsreichen Wiesen des Campo Imperatore. Zum Abschluß des Tages gönnte ich mir dann noch eine kleine Runde mit dem Rad rund um Santo Stefano bei der ich feststellen konnte, dass die tollen Feldwege aufgrund des groben Schotters nicht so einfach zu befahren sind. Letztlich ein aussichtsreicher Trip mit etwas Techniktraining.
Der Abend endete noch mit einer dramatischen Wolkenstimmung am kleinen See in Santo Stefano. Eine Stimmung die man so nur selten erlebt.
 
 
    Am Campo Imeratore - no real nice place                                                                                Aussichtsreiche Wiesen

 
    Am Vado di Corno                                                                       

 
daramtische Abendstimmung in Santo Stefano

  
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