Mittwoch, 24.06.2015

Nebel, Regen - sollte der Wetterbericht doch recht haben? Immerhin war ein regnerischer Tag mit sintflutartigem Regen angesagt. Nachdem aber die Regenschauer nachliessen, entschieden wir uns doch zum Besuch von L'Aquila. Die Hauptstadt der Abruzzen war in der Vergangenheit eine der schönsten Städte Italiens. Leider ist sie bei dem Erdbeben 2009 sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Wie stark wurde uns schnell klar. Viele Gassen sind immer noch komplett gesperrt, Häuser komplett mit Stahlseilen und Gerüsten eingeschnürt. Erst jetzt nach über fünf Jahren laufen die Restaurierungsarbeiten an. Nur wenige Geschäfte und Lokale haben in der einst lebendigen Altstadt noch (oder wieder) geöffnet.
Hier wird uns deutlich, dass die Schäden in den kleinen Dörfern eigentlich eher gering sind im Vergleich hierzu. Allein die Zahl der Menschen, die vor Jahren in einem Moment ihre Heimat verloren haben und nun in Behelfswohnungen am Stadtrand leben, macht betroffen.
Nach diesem Sightseeing der anderen Art (bei herrlichstem Wetter) gönnten wir uns nach unserer Rückkehr noch einen kleinen Spaziergang in den Hügeln über S. Stefano. Steffi füllte ihre Taschen mit Unmengen wild wachsendem Thymian, ich weiter meine Speicherkarte der Kamera. Zu Belohnung gab es noch ein Eis in der bekannten Gelateria.
           

   
                                                    L'Aquila - eine Stadt (noch immer) in Trümmern
 
    Kräutersammlerin                                                                                                        Gelateria in S. Stefano
       

Donnerstag, 25.06.2015

Der grosse Tag - das Wetter schien auch mitzumachen. Sonne pur und wenig Wind. So ging es mit dem Rad von S. Stefano aufwärts. Auf der bekannten Strasse trafen wir über eine Stunde kein einziges Auto. Das ist in den Alpen auf einer solchen Panoramastrasse undenkbar. Steffi begleitete mich bis zum Abzeig auf dem Campo Imperatore. Nach den knapp 13 km ging es nun entlang der Strasse 4 km westlich bevor der Abzweig zum höchsten Punkt kommt. Hier zieht sich die Strasse kilometerweit durch die Wiesen leicht aufwärts. Unangenehm war der aufkommende starke Wind, der ein bergauffahren nicht zum Vergnügen macht. Bevor die eigentlich Steigung (max. 10%) beginnt ist man so schon etwas geschafft. Die Rennradfahrer mit ihrem leichten Velos sind hier klar im Vorteil. Aber ich liess mich davon nicht beeindrucken und quälte mich Kurve um Kurve aufwärts. Oben angekommen war der hässliche Platz nicht mehr ganz soo hässlich. Lag dies an den Glückshormonen oder dem besseren Wetter? Egal. Der Blick reichte vom ausnahmsweise wolkenfreien Gipfel des Gran Sasso über den Berggrat bis zur Adria. Als Schmankerl kam nun die Abfahrt - 28 km mit kleineren Gegenanstiegen. 

Am Abend kam noch unsere Vermieterin vorbei und brachte uns einen Kuchen - weil sie Geburtstag hatte. Dazu schenkte sie uns noch einen Topf mit einer einheimischen Pflanze, die hoffentlich auf unserem Balkon lange überleben wird. Das abendliche Essen im benachbarten Lokal (Palazzo) war auch ein kleines Erlebnis. Das Lokal hatte ein tolles Ambiente, die Kommunikation war wieder mal sehr spannend, da der Inhaber nur Italienisch sprach.. Aber alles schmeckte und wir wurden satt - was will man mehr. 

Tourdaten: 56,22 km, 1.183 hm

       

Frühstück vor der grossen Tour                                                                                            Auf der Tour (im Hintergrund das Ziel)                  

                                       

Auf dem Campo Imperatore                                                                                                    Geschafft - 2.100 m

Freitag, 26.06.2015

Der letzte Tag und wieder Traumwetter. So entschieden wir  uns zu einer Wanderung am Gran Sasso. Mit dem Auto ging es die nun schon mehr als bekannte Strasse hinauf.
Dann wanderten wir (wie viele andere auch) den Weg zum Monte Aquila, dem Aussichtsberg gegenüber dem Corno Grande. Leider hüllte sich der Gipfel mal wieder in Wolken. Jedoch auch das Umfeld war den Besuch wert. Eine faszinierende Berglandschaft eröffnet sich einem dort oben. Den Rückweg über den Grat zum Rif. delle Abruzze nahmen wir nicht, da ich mich (auch bei dem aufkommenden Wind) nicht trittsicher genug fühlte. Aber auch so war diese kleine Runde ein perfekter Abschluß einer perfekten Zeit in den Abruzzen.
Zum Abendessen folgten wir einem Tip unserer Vermieterin und gingen ins Locanda Sotto gli Archi - ein Volltreffer. Das beste Essen in S. Stefano in gemütlichem Ambiente.
Tourdaten: 2,5 h, Höhenmeter 400

 

                                                                                                                    Am Campo Imperatore

 

            Am Gipfel des Monte Aquila                                                                                        Wildpferde am Campo Imperatore                                                                                                         



  
    

  
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