Sonntag, 08.10.2006

Um 3:30 Uhr früh gab es immerhin schon ein kleines Frühstück mit kräftigem Kaffee. Das liess über den Rest des "Hotels" hinwegsehen. Schnell ging es zurück zum Flughafen, wo der Flieger uns nach Cusco, der ehemaligen Hauptstadt des Inkareiches bringen sollte. Mitten auf der leeren Strasse dann eine Vollbremsung - was war geschehen? Der Fahrer hatte eine der vielen Bodenschwellen - sogenannte Speedbreaker - übersehen. Aber sowas sollten wir durchaus noch häufiger erleben.
Am Flughafen bekamen wir dann ein Angebot, das man sich als Trekker ohne zeitliche Bindungen sicher nicht entgehen lassen würde. Da die Maschine nach Cusco überbucht war, bot man uns pro Person 200 $ an, wenn wir eine spätere nehmen würden. Leider war uns dies nicht möglich und so ging es mit kleiner Verspätung dann in die Luft. Erste Ausblicke auf die Anden liessen die Vorfreude langsam steigen. Dann war der gemütliche kleine Flughafen inmitten der Hügel auf einer Höhe von immerhin 3.400 m erreicht. Begleitet von einer Band, die Indio-Musik spielte (bekannt aus jeder Fussgängerzone der deutschen Grossstädte). Hier kam uns das noch recht natürlich vor (was sich auch bald ändern sollte). Abgeholt von unserem örtlichen Agenten ging es mit dem Kleinbus zu unserem Domizil für die kommende Nacht - dem Gran Hotel Machu Picchu. In einer von Autos stark frequentierten Seitenstrasse machte das Hotel (immerhin Kategorie *) zumindest einen recht gemütlichen Eindruck. Die Zimmer waren sehr einfach aber immerhin sauber.
Nach einer kurzen Erfrischung standen aber auch schon die ersten Besichtigungen an. Wir waren ja schliesslich auch nicht zur Erholung hergekommen.
Es ging hinauf zur alten Inkafestung Sacsayhuaman oberhalb von Cusco, wo die Inkas den Spaniern vor rund 500 Jahren eine grosse Schlacht geschlagen hatten.
Hier kann erstmals die faszinierende Baukunst der Inka bewundert werden, die die Steine (egal welcher Grösse) passgenau und fest ohne Mörtel und Zement zusammengefügt haben. Eine erste Ahnung dessen, was wir in den folgenden Tagen noch sehen sollten, überkam uns.
Von hier oben hat man zudem eine grandiose Sicht auf die Stadt Cusco.
Zügig ging es weiter zum nächsten Tagesordnungspunkt - dem Markt in Pisaq. In dieser kleinen Stadt wird auf dem sonntäglichen Markt alles vom Touristen-Nepp bis zu Obst und Gemüse angeboten. Durch die engen Marktgassen schlendernd konnten wir schnell feststellen, dass wir nicht die einzigen Touristen in Peru waren.
Nach dem Mittagessen in einem Touristenlokal entscheiden wir uns entgegen dem geplanten Programm noch die Inkaruinen von Pisaq (etwa 300 m oberhalb des Dorfes) zu besichtigen. Hier merkten besonders wir Flachländer, dass wir gerade erst in der Höhe angekommen waren. Kopfweh und heftiges Japsen machte sich breit. Von Urlaub irgendwie noch keine Spur. Die richtigen Wege durch die Ruinen waren zwar nicht so leicht zu finden, aber Heinz fand den Weg auch querfeldein - ein erster Vorgeschmack vom "Bergerlebnis Toni Freudig".
Die Anlage hier oberhalb von Pisaq zieht sich sehr grossflächig und bietet nach fast jeder Wegbiegung ein neues Highlight. Teilweise auf schönen Wegen, teilweise auf steilen Treppen ging es durch den Berg zurück ins Dorf hinunter, wo der Bus schon auf uns wartete.
Zurück in Cusco ging es zum Abendessen in eines der vielen Touristenlokale an der Plaza d'Armas, wo die meisten von uns einem Alpaka (naher Verwandter des Lama) so nahe kamen wie nie wieder im Verlauf des Urlaubs - nämlich in Form eines Steaks auf ihrem Teller.
Müde und zufrieden ging es am Ende des ersten Tages (war das alles wirklich an einem Tage geschehen?) in die Hotelbetten, wo der eine oder andere vom Verkehrslärm oder anderen ungewohnten Geräuschen trotzdem nicht zum wohlverdienten Schlaf fand.

 

Blick auf Cusco                                                                                                                         Festung Sacsayhuaman

 

                            In den Ruinen von Pisaq

nächster Tag ---->                                                                09.10.06
 

zurück zur Startseite -->                                                        Bergtagebuch
 

Um zurück zur letzten Seite zu kommen betätigt bitte den "Zurück"-Button Eures Browsers.