Dienstag, 05.08.2003


Weiterhin war uns das Wetter gut gesinnt. Ein kleines Gewitter, das tatsächlich kurzfristig unseren Schnarcher übertönte, hatte nur wenig Regen gebracht.
Am Morgen spannte sich wieder ein blauer Himmel über der Alpe. Nach einem kurzen Steilstück hinauf zum Limosee ging es gemütlich über Fahrwege und breite Almwiesen weiter. Radler und Wanderer teilen sich inzwischen diese herrliche Landschaft, was aber auch absolut unproblematisch funktioniert. Ein letztes Stück im Schatten und dann begann mit dem Aufstieg zur Forcella del Lago die Tortur dieses Tages. Ablenkungen waren reichlich vorhanden - im Westen öffnete sich der Blick zur Marmolata und Sella und im Süden wurde die Scharte von Cima Scotoni und Cima del Lago eingerahmt. In Serpentinen ging es aufwärts bis sich in der Scharte ein herrlicher Tiefblick ins Alta Badia auftat. Der nun folgende Abstieg ist wirklich nicht ohne. Bis ins Frühjahr halten sich hier oft noch Schneereste. Das war in diesem heissen Sommer natürlich nicht der Fall, aber auch die steile Geröllscharte beanspruchte alle unsere Aufmerksamkeit. Schweissgetränkt erreichten wir dann das Hochplateau über dem Lago di Lagazuoi. Hier konnten schon die ersten Überreste von Stellungen aus den Kriegsjahren 1915-1918 betrachtet werden. Von den Drei Zinnen bis zum Ortler zog sich diese Front damals und gerade hier tobte der Krieg besonders heftig.
Nach einer ausgiebigen Pause ging es dann auf dem breiten Weg über das Plateau unter den Fanisspitzen vorbei. Hier zeiht sich mit der Via Ferrata di Tomaselli ein sehr ausgesetzter Klettersteig durch den Berg. Auf dem Normalweg jedoch waren ganze Heerscharen unterwegs, was natürlich durch die Seilbahn auf den Lagazuoi-Gipfel unterstützt wird.
Endlich kamen wir dem Gipfel näher und mit einer Energieleistung quälten wir uns dann noch die Piste zur Hütte hinauf. Oben angekommen, musste  erstmalder Blick gewürdigt werden. Die Königin der Dolomiten, die Marmolata machte im Westen ihre Aufwartung, und weiter ging der Blick über Civetta, Croda da Lago und Pelmo in die Region, die in den nächsten Tagen auf uns wartete.
Über einen gesicherten Steig konnten Lothar und ich dann abends noch den Hauptgipfel erreichen und von dort im letzten Tageslicht einen tollen Einblick in die bereits gemeisterte Wegstrecke bekommen.
In der auf den ersten Blick recht einfachen Hütte erwartete uns dann ein hervorragendes Quartier mit einem noch besseren Abendessen, so dass wir dann auch noch ein wenig Gudulas Hochzeitstag feiern konnten.

Auf 1055 hm, ab 410 hm - Gehzeit ca. 6,5 h   
   


Oberhalb der Faneshütte


Aufsteig zur Forcella del lago


Die Forcella del lago


Blick von der Lagazuoi-Bergstation zum Falzarego-Pass

 

nächster Tag ---->                                                             Mittwoch
 

zurück zur Startseite -->                                                     Bergtagebuch
 

Um zurück zur letzten Seite zu kommen betätigt bitte den "Zurück"-Button Eures Browsers.