Mittwoch, 06.08.2003


Das stabile Hochdruckgebiet machte die Entscheidung zur längsten Etappe dieser Tour einfach. Per Handy, das erstmals auf der Tour Empfang hatte, war ja schliesslich das Lager auf der Palmieri-Hütte am Federasee reserviert worden. Also entschlossen wir uns auch zu einem Abstieg der besonderen Art. Durch die alten Kriegsstollen stiegen wir vom Lagazuoi ab. Bestückt mit Stirnlampen, die bei einer solchen Aktion wirklich sehr hilfreich sind, ging es abwärts. Bedrückend und beklemmend ist all dies, wenn man sich überlegt, wie die Menschen zu Kriegszeiten hier ums Überleben kämpften. Berauschend und faszinierend ist es, wenn man offenen Auges durch die Gänge streift und die sich auch immer wieder ergebenden Ausblicke geniesst.
Nach knapp 300 Höhenmetern kommt man dann wieder ans Tageslicht. Hier ging unsere Glückssträhne dann weiter, denn kurz nachdem wir auch die nächste Engstelle gemeistert hatten, kamen ganze Heerschaaren vom Falzaregopass aufwärts, um durch den Tunnel aufzusteigen. Von diesen Massen (mind. 200 Menschen) wären wir wohl unweigerlich wieder mit hinauf gedrückt worden.
So kamen wir dann der Zivilisation am Falzaregopass schnell näher und nach einer kurzen Auffrischung unserer Getränke und meiner Filmvorräte ging es dann schnell wieder zurück in die Berge. Über einen schönen Steig erreichten wir die Hochfläche an den Cinque Torri, einer bizarren Felsformation, an der sich ständig viele Kletterer tummeln. Nach einer Stärkung an der Scoiattoli-Hütte zogen wir dann über Wiesen und Wälder hinab zur Strasse, die vom Passo Giau nach Cortina hinabzieht. Dann ging es wieder durch hübsche Wälder aufwärts ins Gebiet der Croda da Lago. In der Ferne kündigte sich ein Gewitter an und kurz vor der Hütte prasselten dann die ersten Tropfen nieder. Die Erfrischung war jedoch nur von kurzer Dauer. Aber immerhin konnten wir sagen, dass wir auch die Regenhüllen nicht umsonst mitgenommen hatten.
An der kleinen Palmieri-Hütte, die seit einiger Zeit als Rifugio Croda da Lago bekannt ist, waren auf kleinstem Raum recht viele Menschen untergebracht. So waren wir froh, dass wir den Abend bei einem guten Roten unter den Sternen verbringen konnten.

Auf 715 hm, ab 1295 hm - Gehzeit ca. 8 h   
  


Morgentlicher Blick vom Lagazuoi - im Vodergrund Averau und Cinque Torri, dahinter Croda da Lago und Pelmo.


Die Königin der Dolomiten - die Marmolata


Am Einstieg in die Kriegsstollen


Der Lagazuoi vom Falzarego-Pass


Die Cinque Torri - ein Kletterparadies




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