Samstag, 27.07.2002


Finale furioso - der Monte Emilius stand heute auf dem Programm. Schon früh hiess es aufstehen, denn noch vor 7 Uhr sollte das Unternehmen beginnen. Leider nur noch zu sechst, denn auch für Ralf reichte die Zeit nicht mehr. Wir restlichen zogen mit leichten Gepäck durch die kühlen morgendlichen Schatten aufwärts. Ringsum erwachte ein herrlicher Tag, der von keiner Wolke gestört wurde. Nach jeder Kurve und nach jedem Höhenmeter zuckte mein Finger zum Auslöser der Kamera. Mont Blanc, Grand Combin, Gran Paradiso, Grivola - alle standen sie Spalier. Knapp unter der 3000er Höhenmarke erreichten wir den Lago Gelato, wo sich die Wege der Gipfelstürmer vom Rest der Gruppe trennten. Ab hier ging es durch recht chaotisches Blockgestein aufwärts zum Passo tres Cappucini, der durch seine markanten Gesteinsformen leicht zu erkennen ist. Nach einer kurzen Rast nahmen wir nun das Unternehmen Gipfel in Angriff. Gut geführt ging es durch Blockgestein, kurze Kletterpassagen und Wegspuren hinauf und auf 3.559 m war es dann geschafft. Der Gipfel wird geziert von einem kleinen Kreuz und einer silbernen Madonna.
Der Blick schweifte von hier in einem unglaublichen Schwenk von 360° - Mont Blanc, Matterhorn, Monte Rosa waren wunderbar zu erkennen. Noch immer war der Himmel makellos, ein Tag den man so schnell nicht vergessen kann. Auch die Temperaturen waren für die grosse Höhe erstaunlich angenehm. Faszinierend ging der Blick hinunter nach Aosta, rund 3.000 Meter tiefer. Nach ausgieber Rast ging es dann auf dem Anstiegsweg wieder zurück. Bei den vielen Nachfolgenden Gipfelstürmern waren wir froh, so früh aufgebrochen zu sein. So hatten wir den Gipfel fast für uns allein. Nach und nach kamen dann auch die ersten Wolken auf.
Weit unten machten wir dann noch eine ausgiebige Rast und bestaunten den Berg noch einmal, der uns einen tollen Tag beschert hatte. Der Rest des Tages wurde dann nochmals in der gemütlichen Hütte verbracht, wo uns der Abend abermals mit einer opulenten Mahlzeit versüsst wurde. Müde und zufrieden ging es dann in die Lager. Nach einer traumhaften Woche, die alles Schöne vereint hatte, was die Bergwelt bereithalten kann, ging der Abschiedstag dann mit Morgennebel zuende.
Mit der ersten Seilbahn ging es zurück in die Hektik des Aostatals, von wo wir alle mit ein wenig Wehmut die Heimreise antraten.

 

Mont Blanc beim Aufstieg zum Emilius                                                                          Gipfel geschafft, müde aber zufrieden
 
Gipfelblick zum Gran Paradiso                                                                                .. und 3000 m tiefer Aosta

 

Blick zum Matterhorn

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