Montag, 28.10.2002
 

Six, seven, eight - das war der Wahlspruch für diesen und auch die kommenden Tage. Jeden Abend, wenn Eka, unser Sirdar uns den Plan für den kommenden Tag vorstellte, war das der Zeitplan. Six o'clock - morning tea, seven o'clock Frühstück, eight o'clock Abmarsch.
So begann auch der erste richtige Trekkingtag. Noch vor sechs Uhr schlüpfte ich aus dem vom Tau nassen Zelt und freute mich über den stahlblauen Himmel.
Unsere freundlichen und immer fröhlichen Guides waren schon lange auf den Beinen und brachten den Tee an jedes Zelt. So langsam erwachte alles um mich herum und nach einem Frühstück unter freiem Himmel konnte der erste Wandertag beginnen. Immer weiter zog der Weg aufwärts, dem ersten Pass entgegen. Je weiter es ging umso besser wurde der Blick. Plötzlich stand erstmalig der heilige Berg der Sherpa im Blickfeld - der Gauri Shankar, einer der vielen unbestiegenen Berge des Himalaja. Mit seinen 7134 m ist er zwar keiner der ganz hohen Berge, seiner Bedeutung für die Bevölkerung als Wohnsitz der Götter tut dies jedoch keinen Abbruch. Immer wieder wurden wir von Trägern überholt oder trafen entgegenkommende. So langsam wurde uns die Bedeutung dieser Bergpfade für die Bevölkerung bewusst. Hier, wo noch keine Strassen existieren, läuft jeder Handel und jede Kommunikation über diese einfachen Wege und nicht selten werden hier wie selbstverständlich Lasten transportiert, die man bei uns keinem Menschen zumuten würde.
Kurz vor der Passhöhe stand dann an einem einsamen Hof das Mittagessen an. Wieder waren wir für die Bewohner die Attraktion. Sogar ihre spezielle Schaukel wurde uns vorgeführt. Unsere Küchenmannschaft legte sich wieder mit einfachsten Mitteln toll ins Zeug. Dem Elan für den weiteren Weg war die opulente Mahlzeit dann doch ein wenig abträglich. Besonders die ersten 200 m aufwärts fielen dann doch nicht so leicht. Oben angekommen wurden wir zwar von ersten Wolken begrüsst, aber der Blick über den mit einer Mani-Mauer gekrönten Pass war trotzdem sehr interessant. Weiter ging es an sehr gepflegten Höfen und vielen Mani-Mauern, die von der tiefen Religiosität der Menschen zeugen, wieder abwärts. An einer Schule stand ein weiterer Halt an. Für uns wurde direkt der Tagesablauf geändert und eine Tanzvorführung ins Programm genommen. Die anschliessende Verteilung von kleinen Geschenken war der Tageshöhepunkt der Kinder. Viele von ihnen begleiteten uns dann noch auf unserem Wege bis fast ans Zeltlager in Gorichepte (2.360 m), das wir mit einbrechender Dunkelheit erreichten. Das Einrichten der Zelte im Dunkeln war für uns nach dem ersten Abend auch schon fast Routine. Überraschungen hatte natürlich auch wieder unsere Küche zu bieten, aber auch das eine oder andere Gruppenmitglied zeigte sich ob der neuen Umgebung von ganz ungewohnten, teilweise bezaubernden Seiten (gell Steffi?).

                                              
Aufstieg: 1230m
Abstieg:   320m         

  

 
Das Küchenteam

 
Der Gauri Shankar - der heilige Berg der Sherpa

   
  neugierige Blicke

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