Mittwoch, 30.10.2002
 

Heute wurden fast alle schon um 5 Uhr wach. Nicht nur das lautstarke Morgengebet eines Buddhisten, sondern auch der noch lautere Protest eines Hundes liessen keinen Zweifel mehr am Beginn des neuen Tages. So war das Aufstehen beim herrlichen Sonnenaufgang kein Problem mehr. Lediglich das Porridge konnte einem den Morgen ein wenig verhageln, obwohl es auch durchaus Fans dieser Frühstücksvariante gab. Glücklicherweise gab es auch jeden Morgen eine Eierspeise dazu.
Durch herrliches Almgelände ging es weiter aufwärts, dem Marktplatz von Kijiphlate entgegen. In der Ferne erhob sich wieder der Gauri Shankar in den blauen Morgenhimmel. Unser Besuch in Kijiphlate erregte fast mehr Aufsehen las der Markt selber. In einer Region, in der der letzte Europäer vor einem oder zwei Jahren gesehen wurde, waren wir die Attraktion. Der Markt war eine Ansammlung von diversen Hütten und vielen Händlern, die alles feilboten, was die Menschen so brauchten. Irgendwie erinnerte mich das Treiben ein wenig an unsere Flohmärkte. Selbst wenn wir uns in Randgebiete zurückzogen, war jede unsere Handlungen für die Leute (besonders die Kinder) eine Attraktion. So waren wir immer wieder von Menschentrauben umgeben. Dem einen oder anderen war dies durchaus nicht so recht, aber dies gehörte nun mal auch dazu. Nach einiger Zeit hatten wir uns an dem bunten Treiben sattgesehen, und es ging weiter aufwärts zum Kloster Mele Gompa (2.560 m), das unser Tagesziel darstellte. Hier hatte man vom Zeltplatz eine herrliche Sicht wiederum auf Numbur und Kariolong . Nach dem nachmittäglichen Tee stieg ich noch kurz zum nahen Kloster auf, das ob des Marktes fast komplett verlassen war. Hier erhielt ich dann einen Eindruck von Ruhe und Frieden, wie ich ihn schon lange nicht mehr erlebt habe.
Nach dem Tee stand dann noch ein Spaziergang zum Kloster an, wo wir zum Lama eingeladen waren. Nachdem einige von uns drei Runden um die Gebetsmühle absolviert hatten (richtig wären 108 Runden, was aber dann doch den Rahmen gesprengt hätte), gab es in der Stube des Lama den berühmt berüchtigten Buttertee.
Der intensive Geschmack der fetten Milch prägt dieses Getränk, an das ich mich wohl nicht so schnell gewöhnen werde. Weitere Bestandteile sind schwarzer Tee, Butter und Salz.
Die herzliche Aufnahme von den Leuten hier hatte uns alle stark beeindruckt. Für die Bewohner war es eine Ehre, uns bewirten zu dürfen. Der Rückweg im Dunkeln war eine ebensolche Attraktion. Der wieder aufgeklarte Himmel zeigte so viele Sterne, wie kaum einer von uns je gesehen hatte.
Das Abendessen war dann die nächste Steigerung und krönender Abschluss mit Momos, einem tibetischen Gericht, das unseren Maultaschen ähnelt, Pommes Frites und Apfelkuchen. Dies ist umso bemerkenswerter, da dies alles mit einfachsten Hilfsmitteln hergestellt wurde.

                                              
Aufstieg:   800m
Abstieg:     55m         

   




            Markt in Kijiphlate

 

   
                                     Mele Gompa

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