Mittwoch, 31.08.2005


Das schöne Wetter hatte eine kurze Verschnaufpause eingelegt. Dicke Nebelschwaden zogen über die Hochebene. Das brachte aber auch einen besonderen Reiz mit sich und trübte unsere Stimmung kaum. Entlang der bizarren Formationen am Crespeina-Joch ging es in knapp 3 Stunden hinunter zum Grödnerjoch, wo uns die Zivilisation schnell wieder einholte. Nach einer kurzen Verschnaufpause begaben wir uns schnell an den Aufstieg in die Sella, dem Highlight der Tour. Jedoch war vor dem Genuss der Schweiss notwendig. Der Einstieg ins Val Setus war schon beeindruckend. Steil ging es durch das Geröll in guten Serpentinen aufwärts. Dann jedoch schwenkte der Charakter des Weges zu einer gut gesicherten Klettereinlage. Entlang der Drahtseile ging es sehr steil und anstrengend (mein Schaufen muss man noch am Joch gehört haben) auf das erste Band der Sella, wo sich die schön gelegene Pisciadu-Hütte befindet.
Nach einer wohl verdienten Stärkung ging es nun weiter auf das Dach der Sella. Immer weiter zog sich der Weg, grüne Stellen waren schon lange nicht mehr sichtbar. Die Beine wurden schwer und der Hinweis von "netten" Wanderern, dass es erstmal wieder ein Stück hinab und dann wieder herauf ginge, wurde nicht gerade fröhlich quittiert. Eine faszinierende Mondlandschaft erwartete uns oben. Ab und zu gaben die Wolken den Gipfel des Piz Boe mit seiner Gipfelhütte frei. Ein Ziel, das wir am kommenden Morgen geplant hatten. Mit einem Endspurt erreichten wir dann die Boehütte, eine einfache Unterkunft, die an diesem Tag von einer Einheit des italienischen Militärs "eingenommen" worden war. Ein Zeltdorf war in direkter Nachbarschaft aufgebaut und in der Hütte war einiges los. Für unseren Uli kam an diesem Tag aber alles zusammen, erst die lange Tour mit Klettereinlage und dann auch noch die italienischen Steh-Toiletten. Aber auch das hat er tapfer überstanden.
Negativ fielen an diesem Abend jedoch nur nörgelnde Schwaben am Nachbartisch auf, die der Bedienung das frühe Abendessen anscheinend nicht gönnten.

Aufstieg 1245m  Abstieg 855  Zeitbedarf  9:30 h (mit Pausen)

   
 
 Wolkenfenster zur Sella                                                                        Im Aufstieg durch das Val Setus

              
   Die Pisciudu-Hütte                                                                                          Auf der Sella-Hochebene


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