Samstag, 16.05.2026 – Flughafen Reikjanes – Selfoss
Schon lange hatte uns diese Insel im hohen Norden fasziniert – und nicht nur weil ich Geschichten über die Wikinger mag. 😉 Abschreckend waren bisher vor allem die Kosten. Island ist mit Reisezielen wie der Schweiz oder Norwegen so ziemlich auf einer Stufe. Aber zum anstehenden 60. Geburtstag der besten Ehefrau von allen (sorry für die Anleihe bei Ephraim Kishon) sollte es in diesem Jahr endlich soweit sein.
Pünktlich saßen wir im Zug und trafen im ICE unsere Freunde Bine und Klaus, mit denen wir das „Abenteuer“ angehen wollten. Da alle Züge (unerwartet) pünktlich waren, hatten wir reichlich Zeit am riesigen Frankfurter Flughafen. Am Self-Check-In für das Gepäck war wenig los und es stand sogar kompetente Hilfe bereit. Danach wurde es für mich spannend, da genau zur Zeit unseres Fluges mein Fußballclub (RW Essen) sein letztes Saisonspiel hatte und noch aufsteigen konnte. Heldenhaft verzichtete ich auf das Bord-WLAN und hatte einen etwas unruhigen Flug. Pünktlich erreichten wir Reykjavik und ich durfte mit der ersten Online-Verbindung die Überraschung lesen – Platz 3 und damit die Relegation zum Aufstieg war erreicht. Jetzt würde es natürlich spannend, ob ich in den folgenden Tagen wieder online dabei sein könnte. Aber dazu später. Die Übernahme unseres Mietwagens verlief reibungslos, statt des geplanten Kia Sorrento wurde es ein Skoda Kodiaq, der für uns vier samt Gepäck ideal war.
Nun ging es los mit erwartet isländischem Wetter – nass und windig. Der erste Halt war nicht weit vom Flughafen entfernt der Punkt, wo sich die Kontinentalplatten treffen. Schon hier war zu erkennen, dass uns eine vollkommen andere Landschaft erwartete. Am Küstenabschnitt bei Valahnúkamöl wurde es noch „isländischer“,. Der Sturm am dortigen Leuchtturm hätte mich fast meine Mütze gekostet. Ein erster Spaziergang am Strandabschnitt ließ uns erahnen, was wir in den folgenden Tagen erleben würden. Weiter fuhren wir nun zu unserem ersten Quartier, dem Hotel Selfoss im gleichnamigen Ort. Dort ging es auf Empfehlung unserer „ortskundigen“ Begleiter in die Food-Hall, wo jeder Essen nach seinem Geschmack ordern konnte. Klaus konnte sogar nicht widerstehen und die „Spezialität“ fermentierten Hai probieren. Im Hotel bekam ich dann ein Guinness, das ich auf den erfolgreichen ersten Tag genoss. Nach so einem langen Tag war es auch kein Problem, dass es eigentlich kaum dunkel wird in der Nacht.


Zwischen den Kontinentalplatten und an der Küste




Sonntag, 17.05.2026 – Selfoss – Vik i Myrdal
Überraschung – der Tag startete mit richtig gutem, sonnigen Wetter. Das gute Frühstücksbuffet tat ein übriges, so dass wir bester Laune in den ersten richtigen Reisetag starteten. Das erste Ziel war der Nationalpark Þingvellir, wo wir nochmals die aufeinandertreffenden Kontinentalplatten bewundern durften. Faszinierende Felsformationen und der erste Wasserfall – der Öxarárfoss – waren beliebte Fotomotive. Hier konnten wir schon ahnen, warum Island so ein faszinierendes Reiseland ist. Fast jeder Parkplatz ist gebührenpflichtig (meist ca. 7 €), dafür gibt es fast nie Eintrittsgebühren. Das nächste Ziel war das Geothermalgebiet Haukadalur mit dem berühmten Geysir Strokkur. Gerade an dem großen Parkplatz dort konnten wir erahnen, dass wir an den Sehenswürdigkeiten auch in der Vorsaison nicht allein sein würden. Das Schauspiel des Geysirs ist faszinierend – besonders wenn man die Windrichtung einplant und nicht nass wird. 😉


Nationalpark Þingvellir


Öxarárfoss und Geothermalgebiet Haukadalur
Man kann noch weiter bis auf einen Aussichtspunkt wandern, wo das gesamte Geothermalgebiet überblickt werden kann. Ein wirklich toller Ort. An vielen Stellen blubbert und stinkt es. Jedoch die meisten Leute trifft man in den Gift-Shops an, Menschen sind schon seltsam.
Das nächste Ziel war nicht weit weg und nicht weniger faszinierend – der gewaltige Wasserfall Gullfoss. Dem mächtigen Wasserfall kann man auf zwei Wegen näher kommen, wobei der untere Weg die besten Ausblicke bringt. Zudem schien immer noch die Sonne, so dass auch ein Regenbogen in der Gischt sichtbar war – ein Fest für alle Fotografen.

Gullfoss


Noch ein längeres Stück Fahrt, dann wartete noch ein Wasserfall auf uns. Auch wenn der Tag schon weit vorangeschritten war, musste der Besuch beim Seljalandsfoss natürlich noch sein. Dieser im Vergleich zum Gullfoss nicht so mächtige Wasserfall bietet für nicht wasserscheue Leute die Möglichkeit, hinter den Wasserfall zu gehen – was für ein grandioses Schauspiel. Trotz herrlichstem Wetter kommt man aber pitschnass wieder zurück, was es aber wert ist. Ein kurzes Stück weiter gibt es noch mit dem Gljúfrabúi einen versteckten Wasserfall, den man über einige glitschige Steine im Bach erreicht. Wie an vielen Stellen hat auch hier die „Selfie-Generation“ diesen Platz für sich entdeckt, so dass man nur mit Mühe ein Foto schießen konnte.




Auf der Strecke zum Hotel bei Vik wäre mit dem Skogafoss zwar noch ein Wasserfall, aber aufgrund der fortgeschrittenen Zeit verschoben wir dies auf den nächsten Tag. Mit dem Hotel Katla (5 km hinter Vik) erreichten wir dann eines der besten auf unserer Runde. Ein tolles Buffet rundete unseren ersten mit vielen tollen Eindrücken (und Fotos) gespickten Tag ab.

Montag, 18.05.2026 – zweiter Tag in Vik i Myrdal
Schon gewöhnungsbedürftig, dass es morgens gegen 4 Uhr schon taghell ist. Aber wenn dann zum Frühstück wieder die Sonne scheint, kann man seinen Island-Urlaub umso mehr genießen. Das Handy brummte ohne Ende – so viele Likes für die Fotos in meinen Social Media-Berichten. 😉
Interessant auch, dass das Wasser in der Dusche nach Schwefel roch – eben ein höllisch schönes Land. Das Frühstück stand dem abendlichen Genuss kaum nach, so dass wir froh waren, hier einen weiteren Tag zu bleiben. Das erste heutige Ziel war der gestern nicht mehr besuchte Skógafoss. Dieser 60 Meter hohe, formschöne Wasserfall ist einer der interessantesten Islands. An der Seite kann man über einen guten Weg zur Aussichtsplattform hoch wandern und von oben den Regenboden in der Gischt bewundern. Der Weg geht noch weiter (bis zu 8 km) und viele kleinere Wasserfälle sind zu sehen. Wir hatten spontan entschieden, noch ein Stück zu gehen und besuchten noch den Hestavaðsfoss und dahinter den Fosstorfufoss. Da wir noch einiges auf dem Programm hatten, gingen wir hier schweren Herzens zurück.




Der nächste Stopp war das älteste Naturschwimmbad Islands, das etwas abseits der Straße liegt. Das Seljavallalaug-Becken liegt in einer faszinierenden Landschaft. In einer einfachen Steinhütte kann man sich umziehen und im warmen Wasser entspannen.

Weiter fuhren wir in Richtung Strand vor Vik – Dyrhólaey. Hier erlebten wir etwas, was wir in dem Umfeld nicht erwartet hatten – ein Stau vor dem Parkplatz am Leuchtturm. Also schnell gewendet und zum Strand. Hier war es – wie an der Küste zu erwarten – wieder sehr windig. Die Hoffnung, in den Felsen Puffins (Papageientaucher) zu sehen, erfüllte sich aber nicht. Der Weg zum schwarzen Strand war ebenfalls gesperrt, so dass wir dies dann erst in Vik näher betrachten konnten. Dort gönnten wir uns bei Icewear (einer isländischen Marke) ein erstes Shopping und noch einen Kaffee, bevor es wieder zurück zum Hotel ging. Spannend war das erste Tanken, da unser Auto plötzlich laut Alarm gab. Aber auch das ließ sich klären und so konnten wir einen weiteren Abend im Katla-Hotel genießen.


Dyrhólaey


Vik

kleine Wanderung am Sogafoss: Am Skogafoss | Tour | Komoot
Dienstag, 19.05.2026 – Vik i Myrdal – Höfn
Mit ein wenig Bedauern verließen wir unser Hotel, um die Reise um die Insel fortzusetzen. Schnell hatte uns die Landschaft wieder in ihren Bann gezogen. Endlose Lavafelder , teilweise mit Flechten überzogen – irgendwie fühlte ich mich wie auf einem andern Planeten. Ein kleiner Abstecher brachte uns zum Fjaðrárgljúfur, eine rund 2 Millionen Jahre alte, tiefe und gewundene Flussschlucht, die auch als Justin-Bieber-Canyon bekannt wurde wegen eines dort gedrehten Videos. Von einer schwindelerregend gelegenen Plattform am Ende das Weges hat man einen tollen Blick in die Schlucht.




Der nächste Stopp war für uns der Skaftafell-Nationalpark. Hier kann man Gletschertouren und vieles mehr machen. Wir entschieden uns für eine kleine Wanderung zum Wasserfall Svartifoss mit seinen Basaltsäulen. Über einen schönen Rundweg erreichten wir wieder den Parkplatz mit einem einfachen, aber dafür umso teureren Cafè.

Weiter führte uns der Weg entlang der Gletscher zu der Gletscherlagune Jökulsárlón, wo die Eisabbrüche wie kleine Berge im Wasser schwimmen. Diese faszinierenden Gebilde kann man auch per Boot erreichen. Wie begnügten uns mit einem ausgiebigen Spaziergang entlang der Lagune bevor wir spät unser Hotel in Höfn erreichten. Das Hotel Höfn brachte von der Qualität der Zimmer doch einen ziemlichen Rückschritt, den ich erstmal verdauen musste. Immerhin war das Restaurant eine positive Überraschung, sowohl von der Qualität als auch vom Preis her (Dienstag ist Pizzatag!).


Von Skaftafell zum Svartifoss: Von Skaftafell zum Svartifoss | Wanderung | Komoot
Mittwoch, 20.05.2026 – Höfn – Egilsstadir
Auch das Frühstück im Hotel Höfn war gut, so dass wir gut gelaunt in den neuen Tag starteten. Leider hatte das Wetter nun wieder auf „isländisch“ gewechselt, aber heute war ja auch (fast) nur Transfer angesagt. Vom Süden sollte es in die Hauptstadt des Ostens – Egilsstadir – gehen. Der erste geplante Besuch des Strands am Vestrahorn fiel dem Wetter und den Eintrittspreisen zum Opfer. Wieder einmal war die Fahrt für sich schon ein Höhepunkt. Ständig wechselnde, faszinierende Landschaften. Im kleinen Fischerort Djúpivogur gönnten wir uns eine Pause in einem netten Lokal – Langabúð – Café. Weiter ging es auf der Ringstraße als plötzlich der Asphalt zu Schotter wechselte – eine der vielen Gravel-Roads. Aber sollte nicht die komplette Ringstraße asphaltiert sein? Ein schneller Blick auf die Karte zeigte, dass das Navi uns über eine „spannende“ Gravelroad im Inland schicken wollte (Hinweis – dies war bis November 2017 die Route der alten Ringstraße). Bei dem aktuellen Wetter hielten wir das für keine gute Idee und wählten die neue, asphaltierte (10 km längere) Variante entlang der Küste. Bei inzwischen mehr als nebelfeuchtem Wetter erreichten wir Egilsstadir und fuhren weiter entlang des Nordufers des Lagarfljót, um noch zum Hengifoss zu kommen. Bei leichtem Regen gingen wir aufwärts zum ersten Wasserfall, dem Litlanesfoss. An einer Brücke entschieden wir uns für den Weiterweg zum Hengifoss, der sich aber leider in Nebel hüllte. Etwas durchgefroren kehrten wir im Cafè am Parkplatz ein und anschließend fuhren wir entlang der See-Südseite zum Hotel Hotel Valaskjalf in Egilsstadir. Die Zimmer waren wieder recht klein, dafür aber teuer. Aber es war ja auch wieder nur eine Nacht.


Rückseite des Vestrahorns und Hafen von Djúpivogur




Litlanesfoss und Hengifoss: Litlanesfoss und Hengifoss | Wanderung | Komoot
Donnerstag, 21.05.2026 – Egilsstadir – Akureyri
Das Wetter blieb stark bewölkt mit leichtem Regen – der Osten meinte es nicht so gut mit uns wie der Süden. Weiter fuhren wir über die endlose Weite des nördlichen Hochlandes. Kaum Häuser zu sehen, sehr viel karge Landschaft. Ein kurzer Halt an alten Torfhäusern, dann ging es weiter. Viele kleine Wasserfälle lockerten das Bild auf. Bis auf ca. 600 m Höhe ging es bei teilweise dichtem Nebel. Nach einer kurzen Pinkelpause in einem netten Rasthaus fuhren wieder weiter zum Dettifoss. Tatsächlich war hier das Parken sogar kostenlos. Über etwas matschige, rutschige Wege erreichten wir den beeindruckenden Wasserfall. Ein Stück weiter kann man noch den zweiten Wasserfall – den Selfoss besichtigen. Warum einige Deppen sich nicht an die Absperrungen halten und immer noch weiter gehen müssen erschließt sich mir einfach nicht. Es sollte einem klar sein, dass die sensible Natur gerade in einer solchen Gegend sehr lange braucht, um sich zu erholen. Aber solche Idioten dürften es auch sein, die die Toiletten dreckig hinterlassen.


Dettifoss und Selfoss
Der nächste Stopp kurz darauf war das Geothermalgebiet Hverir. Das Parken war mit 1.400 ISK schon recht teuer, aber die blubbernden, zischenden und – vor allem – stinkenden Quellen sind absolut spannend. Hier wird einem klar, was sich noch alles unter der Erdoberfläche verbirgt.




Am See Myvatn besuchten wir noch das Lavafeld Dimmuborgir. Die erkaltete Lava ist hier in bizarren Formen erstarrt, die man auf mehreren Wegen erkunden kann. Sehr zu empfehlen – wie auch das Kaffi Borgir, bei dem es ein Suppenbuffet gibt, das die passende Stärkung bringt. Man hat das Buffet sogar extra für uns – auch zum Ärger des Kochs – eine 1/4 Stunde verlängert.


Doch damit noch nicht genug für heute – auf der Strecke nach Akureyri lag noch der Godafoss, wo das Wasser des Skjálfandafljót über eine Breite von 158 m in die Tiefe stürzt.

Voller neuer Eindrücke suchten wir dann unser Hotel in Akureyri, das überraschenderweise weit außerhalb der Stadt lag. Dazu war das in die Jahre gekommene Haus inzwischen in Self-Service umgewandelt. Check-In per Code an der Zimmertür, kein Service. Nach kurzem Aufenthalt fuhren wir dann noch in den Ort, wo wir nach einem kurzen Bummel im Backpacker, einem gemütlichen Szene-Lokal den Abend ausklingen ließen.
Freitag, 22.05.2026 – zweiter Tag in Akureyri
Gute und schlechte Nachrichten – noch ein Tag im eindeutig schlechtesten Hotel des Urlaubs, aber schönes Wetter und eine Wanderung in den umliegenden Bergen. Über das traurige Frühstück im Hotel hülle ich besser den Mantel des Schweigens. Vom Parkplatz des Campinggebiets Kjarnaskógur starteten wir über Forstwege bis zu einem kleinen Wasserfall. Weiter marschierten wir auf kleinen Pfaden entlang eines Baches zum Gamli Shelter, eine kleine (geschlossene) Schutzhütte mit offenem (im wahrsten Sinne des Wortes) Klo. Nach einer ausgiebigen Rast wurde es bei einer Bachquerung kurz abenteuerlich, dann auf schönen Wegen und zum Schluss durch das ausgedehnte Waldgebiet Kjarnaskógur zurück zum Auto. Mit einem Cafè-Besuch und Stadtbummel in Akuryri endete ein für diesen Urlaub ungewöhnlicher, aber schöner Tag fast. Fast? Ja, denn heute fand das erste Aufstiegsspiel meines Clubs statt. Komisches Gefühl, an solch einem Tag nicht im Stadion dabei zu sein. Aber immerhin konnte ich den Sieg live am Handy verfolgen. Das WLAN war tatsächlich das Beste am Hotel.




Spezielles Klo am Gamli Shelter


Cafè in Akureyri Küstenwache
Wanderung zum Gamli Shelter: Von Akureyri zum Gamli | Tour | Komoot
Samstag, 23.05.2026 – Akureyri – Laugarbakki

Das beste am Hotel – die Terrasse mit Hut Tub
Ein weiteres karges Frühstück und dann fuhren wir bei bestem Wetter weiter durch das Hochland. Sehr schöne Fotostopps (u.a. bei Oxnadalur) lockerten die Fahrt auf. Dann kamen wir in flacheres Gelände, wo es einen tollen Wasserfall geben sollte. Kaum vorstellbar. Über Gravelroads fuhren wir ca. 5 km bis zu einem kleinen Parkplatz. Der Kolugljúfur Canyon mit dem Wasserfall ist diesen Abstecher absolut wert. Alles ist frei zugänglich, man muss nur an den Abbrüchen zum Canyon etwas vorsichtig sein. Ringsherum weiden Schafe – ein echtes Idylle. Da wir für den Hotel Check-In etwas früh dran waren, hielten wir noch kurz in Hvammstangi, was eine gute Idee ein sollte. Der Werksverkauf von Kidka bietet dort original isländische Pullover und andere Produkte an. Nach einem ausgiebigen Shopping-Stopp (natürlich erfolgreich) steuerten wir dann das Hotel an. Zuerst waren wir etwas skeptisch, da wir nur ein Familienzimmer buchen konnten. Jedoch das geräumige, moderne Zimmer gefiel uns allen und war nach dem vorherigen Reinfall ein Klassenunterschied. Die Mädels ließen den Tag im Hot Tub ausklingen. Auch das Restaurant bot gehobene isländische Küche, so dass ich mein Schafsfilet probieren konnte.


Kleine Highlights am Wegesrand


Kolugljúfur Canyon mit dem Wasserfall


Sonntag, 24.05.2026 – Laugarbakkki – Patreksfjörður
Nach einem Tankstopp an einem sehr außergewöhnlichen Shop – hier finden im Nirgendwo tatsächlich jährlich Metal-Festivals statt – zweigte unsere Route von der Ringstraße in Richtung Westfjorde ab. Die Straßen wurden rauer (Schotter) und ein Reifen meldete Druckverlust – Upps. Aber Klaus brachte uns entspannt weiter nach Holmavik, wo wir das Museum of Icelandic Sorcery and Witchcraft besuchten. Die Suche nach einem Luftkompressor wurde an den Self-Service-Tankstellen jedoch schwierig. Nachdem Bine dann einen Fischer gefragt hate, fanden wir dann tatsächlich einen und konnten das Problem lösen. Die Bedienung im Cafè des Museums hatte uns noch einen Vogelbeobachtungspunkt empfohlen, den wir natürlich besuchten bevor es auf immer wieder sehr holperigen Wegen entlang des Fjorde weiterging. Wie in Irland mussten wir öfter Schafen auf der Straße ausweichen. Im Fosshotel Patreksfördur hatten wir dann wieder ein ordentliches Quartier. Gewöhnungsbedürftig war nur die Tatsache, dass abends um 22 Uhr noch die Sonne ins Zimmer schien. Aber nach einem langen Tag konnte ich trotzdem gut schlafen. Spannend war nur der eine oder andere Hinweis auf den für den Folgetag geplanten Weg zu den Klippen von Látrabjarg.


Typische Bilder auf der Strecke




Holmavic – Museum of Witchcraft


Holmavic, Hafen


Patreksfjördur
Montag, 25.05.2026 – zweiter Tag in Patreksfjörður
Der Tag startete bewölkt. Aber die Info an der Hotelrezeption, dass der Weg nach Látrabjarg auch nicht schwieriger wäre, als das schon erlebte, war schon mal gut. Insgesamt hatte ich aber nach den vielen ereignisreichen Tagen einen leichten Durchhänger. Die Straße wurde nach einem kurzen asphaltierten Stück wie erwartet geschottert und von vielen Schlaglöchern und Wellen durchzogen. Aber mit dem Allrad-SUV war das tatsächlich kein Problem. Der erste Stopp war an einem Schiffswrack – Garðar BA 64 – Islands ältestes Stahlschiff von 1912. Nach rund 60 km erreichten wir dann den Parkplatz beim Leuchtturm von Látrabjarg, Europas westlichstem Punkt. 2 km vorher gibt es noch einen Halt mit einem WC. Von dem Parkplatz geht ein Weg hinauf zu den Klippen, die von einer Vielzahl an Vögeln bevölkert werden. Leider haben wir nur einen Puffin gesehen. Aber auch die vielen anderen dort nistenden Vögel und die atemberaubenden Klippen sind einen Besuch wert. Dazu hatten wir unglaubliches Glück mit dem Wetter – sonnig, windstill und fast sommerlich warm. Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Halt beim (geschlossenen) Museum von Egil Ólafssonar in Hnjótur. Hier stehen alte Autos, Flugzeuge, Schiffe – die Grenze zwischen Museum und Schrottplatz ist hier fließend. Im netten Cafè Stúkuhúsið ließen wir den Nachmittag ausklingen. Im Hotel war es abends eher ungemütlich, da das Restaurant für eine Busladung Touristen vorbereitet worden war.


Die Bucht von Patreksfjördur Das alte Schiff




Latrabjarg

Dienstag, 26.05.2026 – Patreksfjördur – Stykkisholmur
Da wir den Tipp bekommen hatten, dass die Busladung früh frühstücken würde, ließen wir uns Zeit. Bei bewölktem Wetter zogen auf der langen Fahrt entlang der Fjorde teilweise schon bekannte Landschaften an uns vorbei. Als wir für einen Kaffes in einem kleinen Ort hielten, kamen wir mit zwei Schwaben ins Gespräch, die mit Motorrädern unterwegs waren,. Von ihnen bekamen wir den Tipp, dass in der Nähe ein Wikinger-Langhaus zu besichtigen sei. Nach unserem Kaffee fuhren wir dorthin. Den beiden Schwaben war der Eintritt mit knapp 20 € zu teuer – wie überraschend. 😉 Dass wir uns für die Besichtigung entschieden – die eigentlich eher ein Story-Telling war – kann man nur als Glücksfall bezeichnen. Das original wieder erbaute Langhaus Eiríksstaðir ist schon interessant, aber ohne die Infos sicher nicht so sehr. Immerhin gab es ab 60 Jahren schon Seniorenrabatt, den Steffi aber mit 59 und 10 Monaten kategorisch ablehnte. Wir hatten das Glück, dass die Dame vor Ort Deutsche war und mit sehr viel Engagement und Wissen von Erik dem Roten und den Wikingern allgemein die Zeit nicht lang werden ließ. Danke Sophie, das war echt toll. Nach rund 2 Stunden! zog es uns dann weiter -besonders mich, da abends das entscheidende Fußballspiel anstand. Im Hotel bin ich dann – ohne Abendessen, nur mit einer Dose Bier – ins Zimmer, um das Spiel per Handy zu verfolgen. Am WLAN lag es nicht, dass am Ende eines eigentlich tollen Tages meine Laune doch eher gedrückt war. Trotz wirklich guter Leistung hatte RW Essen den Aufstieg dann doch verpasst.




Mittwoch, 27.05.2026 – zweiter Tag in Stykkisholmur
Trotz eher schlechten Wetteraussichten startete der Tag fast sonnig. Entlang der Strecke konnten wir sogar einen Schneefuchs beobachten – oder war es eher umgekehrt? Am Kirkjufellsfoss erreichten wir das erste Highlight. Der Wasserfall liegt in Blickweite zum markanten Berg Kirkjufell. Ein Muss in Snæfellsnes. Weiter ging es über Ólafsvík mit dem Wasserfall Bæjarfoss. Im kleinen Ort Hellissandur konnten wir fabelhafte Wandmalereien besichtigen – die Murals of Hellissandur. Kurz darauf gönnten wir uns eine Kaffeepause im Nationalparkhaus, das an den Lavafeldern steht. Wenig weiter kann man bei Gufuskálar die bis zu 500 Jahre alten alten Fischerhäuser im Lavafeld sehen, wo früher Fische getrocknet und aufbewahrt wurden. Bei Lóndrangar konnten wir nochmal einen Bereich an den Klippen sehen, wo es neben bizarren Felsformationen auch Hunderte brütender Vögel gab. Leider verscheuchte uns der einsetzende Regen schneller als uns lieb war. Der Regen hielt auch noch am Wasserfall Bjarnarfoss an, so dass der Fotostopp eher kurz ausfiel. Auch der Halt an der schwarzen Kirche Búðakirkja war eher kurz und unspektakulär. Kann aber auch sein, dass unser Aufnahmevermögen so langsam nachließ. Ein letzter Halt am Strand von Ytri Tunga sollte den Tag beschließen. Hier kann man Robben beobachten, die aber heute selber nur die Touristen vom Wasser auch beäugten. Mit einer Menge Impressionen und einer Warnung unseres Autos (Ölstand zu niedrig) fuhren wir wieder zurück. Im Ort gab es zwar Tankstellen, aber alle Self-Service. Die einzige Werkstatt hatte schon geschlossen. So verschoben wir dies auf den nächsten Morgen und besichtigten noch den Hafen im Ort. Vom Súgandisey Island mit dem kleinen Leuchtturm hat man eine großartige Aussicht. Das Abendessen gönnten wir uns im kleinen Skipper Restaurant. Mein Highlight war der Volcano Burger. 😉 Mit einem Cocktail an der Hotelbar beschlossen wir unsere Zeit auf Snæfellsnes


Kirche von Stykkisholmur

Kirkjufelsfoss mit Kirkjufell


Bæjarfoss

Murals of Hellissandur


Lóndrangar


Bjarnafoss und Búðakirkja


Hafen von Stykkisholmur
Donnerstag, 28.05.2026 – Stykkisholmur – Reykjavik
Die Rückfahrt begann mit dem Besuch in der Autowerkstatt. Der Mechaniker begrüßte uns mit „Willkommen“, dem einzigen Wort das er kannte. 😉 Der Ölstand wurde schnell ergänzt, obwohl die Warnung nicht so kritisch gesehen wurde – immerhin hat die Autovermietung den Betrag erstattet. Auf der teilweise schon bekannten Strecke fuhren wir Richtung Urlaubsende. Zurück auf der Ringstraße besuchten wir noch die Vulkankrater bei Grábrók. Weiter südlich war dann noch der Abstecher ins Tal von Reykholt geplant, um die (letzten) Wasserfälle zu besichtigen. Die Hraunfossar ergießen sich aus den Lavafeldern eindrucksvoll in den Fluss, während oberhalb der Barnafoss sich durch eine schmale Passage aus Lavagestein ergießt. Nach der obligatorischen Kaffeepause stand noch ein Halt an einem Campingplatz mit dem Restaurant Rock ’n‘ Troll an, das man sich ansehen sollte. Wer noch Zeit hat, kann auch den Trollgarten besichtigen. Damit war auch unsere Rundtour fast am Ende und wir erreichten mit dem Berufsverkehr die Hauptstadt Reykjavik. Unser Hotel lag zentral in der City, die wir uns noch kurz angesehen haben. Da Pferdefleisch in Island eine Delikatesse ist, haben wir ein entsprechendes Lokal gesucht und mit dem Forrettabarinn auch gefunden. Am Hafen gab es noch das Konzerthaus Harpa und das Sonnenschiff zu sehen, wo sich natürlich diverse Selfie-Menschen tummelten.


Die Vulkankrater von Grábrók

Hraunfossar

Beim Rock’n_Troll

Erste Eindrücke von Reykjavik
Freitag, 29.05.2026 – Reykjavik – Flughafen
Nach dem Frühstück stand noch ein Stadtbummel mit ein wenig Shopping auf dem Programm. Zuerst die Hallgrimskirche und von dort entlang der Laugavegur. Typische Touristen-Gift-Shops wechselten mit netten Geschäften. Den typischen Hot Dog mussten wir natürlich auch probieren, was uns aber nicht vom Hocker gerissen hat. Einen Besuch im Penis-Museum haben wir dann doch ausgelassen und uns nochmals mit Kaffee und Kuchen gestärkt. Dann ging es zum Flughafen, wo wir im Airport-Hotel ein überraschend gutes Hotel vorfanden. Gute Zimmer, ordentliches Lokal und vor allem ein frühes Frühstück (ab 4 Uhr!!!). Für unseren Flug um 7:20 Uhr am Folgetag war das ideal.


Hallgrimmskirkja






Letzte Impressionen aus Reykjavik
Samstag, 30.05.2026 – Heimflug
Nach einem guten Früh-Stück, das seinem Namen Ehre machte, ging es zum Terminal, wo für die frühe Zeit richtig Trubel war. Das Gepäck-Self-Check-In war leider ein Problem. An keinem Terminal klappte das, so dass wir uns dann an jemandem vom Flughafen-Personal wenden mussten. Anscheinend lag das Problem am „Weiterflug“ per Rail&Fly, das die Maschine nicht kapierte. Die Dame half uns dann glücklicherweise, so dass einem pünktlichen Rückflug nichts mehr im Wege stand. Sogar die Deutsche Bahn glänzte mit Pünktlichkeit, was einen perfekten Urlaub abrundete. Lediglich der Temperaturunterschied von über 20° machte uns zu schaffen, was uns nochmal deutlich machte, dass wir zwei Wochen in einer komplett anderen Welt unterwegs waren.
In zwei Wochen sind wir über 3.000 km mit dem Auto in diesem tollen Land gefahren und es wurde nie langweilig. Mehrfach hatten wir das Gefühl, uns auf einem anderen Planeten zu befinden. Takk, Ísland.
